Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit und stellt eine bedeutende Ursache für krebs bedingte Todesfälle dar. In der Schweiz gibt es jedes Jahr etwa 4’500 Neuerkrankungen und 1’600 Todesfälle aufgrund des Kolorektalkarzinoms (CRC), wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen.1 Rund 10 % aller Krebsneuerkrankungen sind durch Dickdarm- und Enddarmkrebs bedingt.2 Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da die Heilungschancen im Frühstadium deutlich höher sind. Der ColoAlertTest bietet eine nicht-invasive Möglichkeit zur Früherkennung von CRC, indem er Tumor-DNA und okkultes Blut in Stuhlproben nachweist und somit eine frühzeitige Intervention ermöglicht.

Neuheiten und Innovationen
ColoAlert Stuhltest
Optimierte Darmkrebsvorsorge dank besserer Erkennung nicht-blutender Tumore
Darmkrebs in der Schweiz

Tumore möglichst früh erkennen
Patienten ab 50 Jahren haben in der Schweiz Anspruch auf einen immunologischen Test auf okkultes Blut (FIT) oder eine Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge. Die Kolonoskopie ist derzeit der Goldstandard in der Darmkrebsdiagnose. Allerdings scheuen sich viele Patientinnen und Patienten vor diesem invasiven Eingriff. Das liegt daran, dass die Methode als unangenehm empfunden wird und vergleichsweise zeitaufwändig ist. FIT-Stuhltests werden zwar von der Bevölkerung eher akzeptiert, können jedoch nur indirekt und häufig erst in späteren Stadien, wenn der Tumor blutet, Hinweise auf eine Erkrankung liefern.
In der Schweiz liegt die durchschnittliche 5-Jahresüber- lebensrate bei Darmkrebs bei nur 68 %.1 Eine bessere Darmkrebsvorsorge könnte viele Menschenleben retten. Wenn in der EU 50 % der Patientinnen und Patienten statt der derzeitigen 13 % bereits im Stadium 1 (oder früher) diagnostiziert würden, hätte das enorme Auswirkungen. Jährlich könnten dadurch 130'000 Menschenleben gerettet und über 3 Milliarden Euro an Gesundheitsausgaben eingespart werden.3
Mit Hilfe von DNA-Biomarkern Darmkrebs früher erkennen
Um Patientinnen und Patienten die besten Überlebenschancen zu bieten, müssen Tumore möglichst früh erkannt werden, solange sie noch gut behandelbar sind. Darmkrebs beginnt durch genetische Zell-Mutationen. So wie alle Zellen werden auch die davon betroffenen kontinuierlich in den Stuhl abgetragen. Mit ColoAlert wird mittels modernster quantitativer PCR-Technologie DNA aus der Stuhlprobe extrahiert, amplifiziert und auf spezifische Mutationen analysiert.
Tumor-DNA im Stuhl weist Krebszellen nach, noch bevor Symptome oder Blutungen auftreten.
Was ist ColoAlert?
ColoAlert ist ein Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs. Im Labor werden die Proben sowohl auf okkultes Blut als auch auf die tumorspezifischen DNA-Biomarker untersucht. Folgende Parameter werden bei ColoAlert bestimmt:
- Okkultes Blut (FIT)
- KRAS- & BRAF-Mutationen
- Gesamtmenge menschlicher DNA
Der Nachweis von Tumor-DNA in Stuhlproben ermöglicht die Identifizierung von Krebszellen, noch bevor klinische Symp tome auftreten oder Blutungen im Darm vorhanden sind.
FIT, KRAS, BRAF, hDNA
Krebsbedingte Blutungen entstehen naturgemäss erst, wenn es zu vermehrter Reibung zwischen Stuhl und Karzinom kommt. Soll die CRC-Entstehung in einem früheren Stadium detektiert werden, sind die Möglichkeiten mit dem FIT deshalb limitiert.4 Insofern ist es sinnvoll, weitere Parameter in der Diagnostik hinzuzufügen, welche das Erkennen von Tumorwachstum in Frühphasen verbessert.

Die KRAS-Mutationen sind häufige frühe molekulare Ereignisse in der Tumorgenese von kolorektalem Krebs, wobei sie im Rahmen der klassischen Adenom-KarzinomSequenz und oft schon in kleinen Polypen auftreten.5
Die BRAF-Mutationen treten ebenfalls früh auf und spielen eine Schlüsselrolle in einem alternativen Entstehungspfad kolorektaler Karzinome – dem sogenannten serratierten Pathway. Anders als beim klassischen Weg, bei dem sich Krebs aus typischen Polypen (Adenomen) entwickelt, entsteht der Krebs hier aus besonderen Polypen, den sogenannten serratierten Polypen. Unter dem Mikroskop sieht das Drüsenmuster dieser Polypen gezackt oder unregelmässig aus.6
Die vermehrte Ausschüttung von humaner DNA in den Stuhl bei kolorektalem Karzinom ist ein Folgeprozess der biologischen Veränderungen, die während der Tumorentstehung im Darm stattfinden. Während sich die Zellen vermehrt teilen, sterben gleichzeitig viele von ihnen durch Apoptose oder Nekrose ab. In diesem Prozess wird sogenannte zellfreie DNA (cfDNA) freigesetzt, die aus den Tumorzellen stammt und auch in das Darmlumen abge geben wird. Bereits in der präkanzerösen Phase (z. B. bei fortgeschrittenen Adenomen) kann vermehrt humane DNA im Stuhl nachweisbar sein.7
Zuverlässigkeit
Im Vergleich zum FIT-Test werden mit ColoAlert bis zu 60 % weniger Darmkrebsfälle übersehen. Studien zeigen für ColoAlert eine Sensitivität von 85 %, während der FIT nur zwischen 63 und 69 % erreicht.8,9,10
Auf dem Laborbefund werden die Ergebnisse zu den vier Parametern (okkultes Blut, KRAS-Mutation, BRAF-Mutation, Gesamtmenge humaner DNA) einzeln aufgeführt. Wenn ein oder mehrere Ergebnisse positiv sind, wird eine weitere diagnostische Abklärung empfohlen.
Wann ColoAlert (nicht) einsetzen?
Die genaue Ursache für Dickdarm- und Enddarmkrebs ist nicht eindeutig bekannt. Grundsätzlich kann jeder Mensch daran erkranken, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter steigt. Generell empfiehlt die Krebsliga die Darmkrebsfrüherkennung für Frauen und Männer ab 50 Jahren. Je nach Vorhandensein von Risikofaktoren kann ein Screening schon in jüngerem Alter Sinn machen.
Der Test sollte nicht durchgeführt werden, wenn die Patientin oder der Patient:
- unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) leidet wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa,
- unter Blutungsquellen im Verdauungstrakt leidet (z. B. Hämorrhoiden),
- unter Durchfall leidet und / oder
- menstruiert.
CED führen dazu, dass Zellen absterben und ihre DNA freisetzen, welche dann im Stuhl nachgewiesen werden kann. Das Testergebnis kann aufgrund der erhöhten Gesamtmenge humaner DNA falsch-positiv sein.
Weitere Informationen
Weitere Informationen und das Literaturverzeichnis finden Sie in folgender Broschüre:
Das Profil im Analyseverzeichnis finden Sie hier:


