Neuheiten und Innovationen

OsteoTest

Frühzeitige Osteoporose-Risikodiagnostik und Therapiekontrolle

Osteoporose ist eine der häufigsten, aber oft unerkannten Volkskrankheiten. In der Schweiz sind schätzungsweise über eine halbe Million Menschen betroffen, mehrheitlich Frauen. Die Osteoporose entwickelt sich schleichend und bleibt lange symptomlos, bis es zu einer Fraktur kommt. Jährlich ereignen sich in der Schweiz über 80'000 osteoporose­bedingte Knochenbrüche, viele davon wären mit rechtzeitiger Diagnose und entsprechender Therapie vermeidbar.1

Früherkennung und Therapiekontrolle sind entscheidend. OsteoTest bietet dafür drei Testvarianten, jeweils abgestimmt auf unterschiedliche Bedürfnisse.

  • OsteoTest | med 
    Für die ärztlich begleitete, Serum-basierte Risikoabschätzung von Osteoporose und Therapiekontrolle. 
  • OsteoTest | med plus 
    Für eine umfassende ärztliche Beurteilung sowie zur Therapiekontrolle ermöglicht die kombinierte Urin- und Serumdiagnostik eine Differenzierung zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. 
  • OsteoTest | home
    Für die frühzeitige, Urin-basierte Risikoabschätzung von Osteoporose und Therapiekontrolle bequem von zu Hause aus.

Knochen im  Auf- und Abbau

Der menschliche Körper befindet sich lebenslang im Wandel, auch das Knochensystem unterliegt einem kontinuierlichen Auf- und Abbau. In jungen Jahren überwiegt die Knochenneubildung, was zu einer Zunahme der Knochenmasse führt. Die maximale Knochendichte wird in der Regel um das 30. Lebensjahr erreicht. Anschliessend folgt eine etwa zehnjährige Plateauphase, in der sich Knochenaufbau und -abbau weitgehend die Waage halten. Mit Beginn der Menopause beschleunigt sich der Knochenabbau bei Frauen deutlich und erreicht über einen Zeitraum von rund zehn Jahren eine jährliche Abbaurate von bis zu 2 Prozent. Danach verlangsamt sich der Abbau wieder.2 

Der durch Osteoporose bedingte Knochenverlust betrifft sowohl den kortikalen als auch den trabekulären Knochen. Letzterer wird aufgrund seiner höheren Stoffwechselaktivität schneller abgebaut. Der Verlust beider Strukturen erhöht die Porosität und trägt zur Knochenbrüchigkeit bei.3

Osteoporose,  wer ist betroffen?

Osteoporose betrifft in erster Linie ältere Menschen,  insbesondere Frauen nach den Wechseljahren, da der Östrogenmangel den Knochenabbau beschleunigt.4,5  Etwa jede zweite Frau und jeder fünfte Mann über 50 Jahre erleidet im Laufe des Lebens eine osteoporotische Fraktur. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko weiter an.6 Neben Alter und Geschlecht zählen auch genetische Veranlagung, ein niedriges Körpergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum sowie bestimmte Erkrankungen und Medikamente zu den Risikofaktoren,  die die Entstehung einer primären oder sekundären Osteoporose begünstigen können.7 Auch ein Mangel an Vitamin D und Calcium gilt als wesentlicher Risikofaktor für die  Entwicklung von Osteoporose.8

Auch jüngere Menschen können betroffen sein, wenn diese Risikofaktoren zusammenkommen. Osteoporose ist somit eine weit verbreitete, altersassoziierte, aber keineswegs ausschliesslich altersbedingte Erkrankung.

Grenzen der DXA  und der Mehrwert des  OsteoTests

Die Knochendichtemessung mittels DXA (Dual-RöntgenAbsorptiometrie) gilt als Goldstandard zur Diagnosestellung von Osteoporose und ist international von der WHO sowie von Fachgesellschaften anerkannt.5,10 Sie liefert den sogenannten T-Wert, anhand dessen die Knochendichte beurteilt und die Diagnose gestellt werden kann. 

Die DXA-Messung bildet lediglich den aktuellen Zustand der untersuchten Knochen ab und erfasst dabei nicht das gesamte Skelett. Genau hier setzt der innovative OsteoTest an: Die Calcium-Isotopen-Analyse in Blut oder Urin ermöglicht Echtzeit-Einblicke in die Mineralbilanz des Knochens und bietet insbesondere dort einen entscheidenden Mehrwert, wo Veränderungen mit DXA oder herkömmlichen Biomarkern nicht gleich präzise oder frühzeitig erfasst werden können.11

DXA hat nur eine begrenzte Sensitivität von etwa 61 % und eine Spezifität von rund 85 %. Das bedeutet, dass viele Betroffene allein durch DXA nicht erkannt werden.12 

Calcium-Isotope  machen den  Knochenumbau sichtbar

Calcium (Ca2+) kommt in der Nahrung in verschiedenen natürlichen Isotopen vor, unter anderem als 42Ca und 44Ca. Beim Knochenaufbau werden bevorzugt leichtere Isotope wie 42Ca in die Knochen eingebaut. Dadurch steigt der Anteil der schwereren Isotope (44Ca) im Blut. Beim Knochenabbau passiert das Gegenteil: Leichte Isotope gelangen vermehrt ins Blut und in den Urin. 

Die von osteolabs entwickelte Analysemethode ist weltweit einzigartig. Sie beruht auf der hochpräzisen Messung natürlicher, nicht-radioaktiver Calcium-Isotope im Blut oder Urin mittels Massenspektrometrie. Aus der Messung von 44Ca und 42Ca wird das Verhältnis berechnet, das den  Calcium-Isotopen-Marker (CIM) ergibt. Anhand dieses Wertes lässt sich zuverlässig feststellen, ob ein Knochenauf- oder -abbau stattfindet.

OsteoTest erweitert die Diagnostik

Entwickelt wurde dieses Testverfahren im Rahmen einer NASA-Studie zur Überwachung von Astronauten-Knochenabbau und legt den wissenschaftlichen Grundstein (proof-of-principle) für die spätere Weiterentwicklung der CIM-Technologie.14 

Die OsteoGeo-Studie validierte erstmals klinisch den OsteoTest | med und zeigte dessen hohe Aussagekraft zur frühen Erkennung osteoporosebedingter Frakturrisiken. 2016 wurden 100 Frauen zwischen 50 - 75 Jahren per DXA und OsteoTest untersucht. Während DXA nur 18 Frauen als an Osteoporose erkrankt einstufte, identifizierte der OsteoTest 38, deutlich näher am epidemiologisch erwarteten Wert.12,13,15 

Nach zwei Jahren zeigte sich: Von insgesamt 12 Frakturen  waren 9 osteoporosebedingt. Alle 9 betroffenen Patientinnen waren zuvor durch den OsteoTest korrekt als Risikopatientinnen erkannt worden, während das DXA-Verfahren nur 3 erfasste.12,13

Eine im Juli 2024 veröffentlichte Post-Marketing Follow-Up Studie mit nahezu 3'000 Patientenproben zeigte, dass CIMMessungen einen minimalinvasiven und früheren Hinweis auf Knochenverlust und Therapieansprechen liefern können als etablierte Verfahren wie die DXA oder peptidbasierte Marker des Knochenstoffwechsels wie ß-CTX-I und P1NP. Die Methode bietet damit eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden diagnostischen Ansätzen.12 Im Nachgang hierzu konnte vor kurzem gezeigt werden, dass CIM eine vielversprechende Kontrollmöglichkeit für Osteoporosepatienten  im Rahmen einer personalisierten und zeitnahen Therapieüberwachung bei Denosumab- Gabe bietet.11

Weitere Informationen

Weitere Informationen und das Literaturverzeichnis finden Sie in folgender Broschüre:


Das Profil im Analyseverzeichnis finden Sie hier: